Ein Brief von Martin an Martin

11.11.2019

Heute ist Martinstag. Und weil es in unserer aktuellen Produktion - ebenso wie bei der letzten – auch um einen Martin geht, veröffentlichen wir hier einen fiktiven Brief von Martin Luther an Martin Luther King.

 

Lieber Martin,

vor 502 Jahren – fühlt sich gar nicht so lange an – habe ich die 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg genagelt. Noch heute ist dieses Datum in der Erinnerung fast der ganzen Welt präsent. Vor zwei Jahren gab es ein Pop-Oratorium zu meinen Ehren, das zehntausende Menschen gesehen haben und weitere tausende haben in den Chören mitgesungen. Hätte man mir das zu meinen Lebzeiten gesagt, ich hätte es nicht geglaubt. Ich kleines Mönchlein als Held in einem Bühnenstück. Unfassbar!

Und jetzt, zwei Jahre später, wirst Du mit einem Chormusical geehrt. Wieder singen tausende Menschen und viele weitere werden zuschauen. Du sollst wissen, dass ich es Dir von Herzen gönne. Ich freue mich, dass ein Mensch wie Du meinen Namen trägt und damit zeigt, dass er mich und mein Leben wertschätzt. Wir zwei haben viel gemein, aber sicher unterscheiden wir uns auch in vielen Dingen.

Wir beide haben unser Leben dem Kampf für unterdrückte Menschen gewidmet. Zu meiner Zeit wurden die Massen von der Kirche mit der Aussicht auf das Fegefeuer gefügig gemacht. Die Menschen lebten in der steten Angst, nach dem Tod ewige Qualen durchmachen zu müssen. Sie wurden gezielt von jedem Wissen ferngehalten, um ihnen ein selbst bestimmtes Leben unmöglich zu machen.

Knapp 500 Jahre später in einem anderen Land auf einem ganz anderen Kontinent wurden und werden wieder Menschen quasi als unwert behandelt. Du und Dein Volk hatten in den USA des 20. Jahrhunderts quasi auch keine Rechte. Die Schwarzen mussten sich mit schlechteren Schulen und Arbeitsplätzen begnügen. In Bussen mussten sie aufstehen, wenn sich ein Weißer setzen wollte.

Wir beide wollten diese Zustände unbedingt ändern. Ich habe mit meinen Schriften und Predigten gegen den Ablasshandel Partei ergriffen und die befreiende Liebe von Jesus Christus zu allen Menschen verkündet. Die Vergebung muss man sich nicht erkaufen, wir können sie uns von unserem Herrn schenken lassen. Das war den Herrschern meiner Zeit natürlich ein Dorn im Auge. Ich wurde verfolgt und wäre beinahe getötet worden. Aber mit Hilfe des Buchdrucks schaffte ich es, meine Botschaft im ganzen Land bekannt zu machen. Kein Herrscher konnte das verhindern.

Du hast in Deinen Predigten von der Gleichheit der Menschen gesprochen und hattest den Traum, dass eines Tages niemand mehr nach seiner Hautfarbe, sondern nach seinem Charakter beurteilt werden würde. Das war in den USA der 60er Jahre eine Botschaft voller Sprengkraft. Durch friedliche Proteste haben Du und Deine Freunde es am Ende geschafft, dass die gesetzliche Rassentrennung beendet wurde. Es ist unglaublich, dass Du so viel Hass ertragen hast und dennoch friedlich geblieben bist. Leider musstest Du für Deinen Einsatz mit dem Leben bezahlen.

Wir haben beide dazu beigetragen, dass Menschen befreit wurden. Leider gab und gibt es immer noch Unterdrückung in dieser Welt. In den USA leben Schwarze immer noch nicht völlig gleichberechtigt mit den Weißen. Der Kampf muss also weiter gehen. Die Kirche ist in viele Richtungen auseinandergedriftet. Die Liebe Christi wird nicht überall als rettende Kraft gepredigt. Unser Kampf ist noch nicht beendet, aber ich weiß, dass Gott weiter am Werk ist und das eines Tages alle Menschen gleich und frei sein werden in einer Welt, in der es kein Leid und keinen Schmerz geben wird.

In diesem Sinne,

Dein Freund Martin Luther

Für Menschenrechte in Kenia

Das Spendenprojekt des Musicals

Themenheft über Martin Luther King

Martin Luther King – Sein Leben, sein Glaube, sein gewaltloser Kampf

Jetzt Tickets sichern!

Tickets für die Tournee 2020 im Vorverkauf

Veranstalter:

Bundesweiter Unterstützer:

Medienpartner:

Gospel für eine gerechtere Welt:

Kooperationspartner: