Ein Traum verändert die Welt

Dass Träume wahr werden können und welche Kraft im Engagement eines Einzelnen steckt, zeigt das neue Chormusical der Stiftung Creative Kirche mit Mitmach-Möglichkeit: „Martin Luther King“.

Die Handlung

1. Ouvertüre

Memphis/USA, April 1968. Die Gewerkschaft der schwarzen Müllarbeiter hat zu Demonstrationen aufgerufen und Martin Luther King gebeten, dafür zu sorgen, dass sie friedlich verlaufen. Die populäre Hymne „We shall overcome“ ist kein braver Folksong mehr, sondern wird mit neuer Entschlossenheit geschmettert. Aber wo ist King?

2. Go down Moses

Der uralte Gospelsong vom biblischen Moses, der das unterdrückte Volk Israel aus Ägypten führte, bekommt für Kings Gefährten im Rückblick eine brandaktuelle Bedeutung. „Wir halten fest, trotz Spott und Hohn, dass bald schon, irgendwann, nicht Rasse und nicht Religion den Hass begründen kann.“ Ihnen wird klar: Kings Traum geht weiter.

3. Ich will studieren

Geboren als Michael King, ändert sein Vater ihm den Vornamen in „Martin Luther“ King, als er von einer Deutschlandreise zurückkommt und tief beeindruckt ist vom Wittenberger Reformator. Der jugendliche M.L.King überspringt als Hochbegabter zwei Klassen in der Schule, liest die Werke Dietrich Bonhoeffers, den die Nazis ermordeten, und – beginnt sein Theologiestudium in Atlanta. Für seine Doktorarbeit geht er an die Uni Boston.

4. Wo ist der Mann meiner Träume?

Coretta Scott hat als Kind noch Baumwolle gepflückt. Jetzt studiert sie klassischen Gesang, genießt das vornehm liberale Flair der Ostküste und träumt insgeheim von einer Karriere als Operndiva.

5. Sag niemals nie

Dieser etwas kurz geratene Verehrer aus dem Seminargebäude nebenan spricht mit starkem Alabama-Dialekt, isst fette Südstaatenküche, will Pfarrer werden und mag Rock n`Roll?? Am 18. Juni 1953 gibt Coretta ihm trotzdem das Ja-Wort….

6. Danke, wir laufen

Die junge Familie in Montgomery beobachtet täglich an der Bushaltestelle vor dem Pfarrhaus, wie Afro-Amerikaner schikaniert und gedemütigt werden. Bis Rosa Parks auf einem „weißen“ Platz sitzenbleibt und Martin den ersten Kundenboykott der US-Geschichte anzettelt. Die städtischen Verkehrsbetriebe müssen die Rassentrennung beenden. „Rosa bleibt sitzen, aber das Recht steht auf“.

7. I got shoes

381 Tage lang gehen rund 50.000 Afro-Amerikaner zu Fuß. Die Kirchen organisieren Mitfahrzentralen. Auch Weiße engagieren sich als Fahrhelfer. Für Damen hat der Busstreik ungeahnt positive Nebenwirkungen: „Weil ich so viel Fahrgeld spar`, gleich noch ein Paar! Ich fahr´ nicht Bus, ich kaufe mir Schuhe.“

8. Kleiner schwarzer Prediger

In Birmingham/Alabama hat es bisher 17 Bombenanschläge auf Kirchen und Wohnungen von Afro-Amerikanern gegeben, ohne dass ein Schuldiger ermittelt wurde, Im Mai 1963 lässt Polizeichef Eugene „Bull“ Connor mehr als 900 friedlich demonstrierende Kinder und Jugendliche verhaften sowie ihren „Rädelsführer“ M.L.King.

9. Nimm meine Hand

„`Ist Papa im Gefängnis?` Das versteht kein Kind!“ Martin Luther King ist verzweifelt. Aber wie schon beim Busstreik spürt er einen seltsamen Schub aus Trost, Motivation und Zuversicht, so als hätte ein übermenschliches Wesen seine Zelle betreten. „Wenn Dein Verstand Dich nicht wirklich trösten kann, geb`ich Dir Rückenwind und Kraft, zu widersteh`n.“

10. Martin, ach Du meine Güte

Einem der Weggefährten Kings reißt der Geduldsfaden. Der fromme Dr. King wird für seine Gewaltlosigkeit gelobt, aber hat er denn konkret irgendwas erreicht für die soziale Gerechtigkeit unter den Schwarzen Amerikas?

11. Es ströme das Recht wie Wasser

Andere Weggefährten erinnern daran, dass Martins Prinzipien vom biblischen Propheten Amos stammen – „es ströme das Recht wie Wasser“ - und am Vorbild des Jesus Christus orientiert sind. Sie wollen an ihrer Hoffnung festhalten: „Der Morgen beginnt in der Mitte der Nacht.“

12. We shall overcome

Während Kings Leute strikt „auf Gewalt der Faust, der Zunge und des Herzens“ verzichten wollen und ihre Hoffnungs-Hymne wiederholen „eines Tages den Hass zu überwinden“, rüsten sich Malcolm X und seine Parteigänger für den bewaffneten Bürgerkrieg.

13. Ich hab den Traum

Washington, 28. August 1963. Viele der rund 250.000 Besucher der Demonstration für Gleichberechtigung aller Ethnien in den USA strömen bereits den Parkplätzen zu, als der letzte Redner des langen Tages in sengender Sonne ans Pult tritt: Martin Luther King. Plötzlich weicht er von seinem Manuskript ab, zitiert Sprachbilder aus der Bibel und beginnt jeden Satz mit „I have a dream…“

14. Ob es sich lohnt

Eine Utopie ist keine Illusion, sondern eine Idee, für die es sich zu kämpfen lohnt. Auch wenn sie momentan noch nicht verwirklicht ist. Friede zwischen Katholiken und Protestanten schien utopisch nach dem dreißigjährigen Krieg. Bürgerrechte auch für Nichtadlige und Arme schienen utopisch in der Monarchie Frankreichs. Abschaff ung der Sklaverei schien utopisch im britischen Kolonialreich. Friede zwischen den Völkern Europas schien utopisch nach zwei Weltkriegen. Aber: All das wurde Wirklichkeit.

15. Wegweisende Weisheit

Am 13. September 1964 drängen sich tausende in die Marienkirche am Alexanderplatz, damals noch Ostberlin, und wissen nicht, ob Martin Luther King in die DDR einreisen darf. Viele Christen leiden unter Schikanen der SED-Diktatur, müssen schweigen, um sich zu schützen. Aber: „Mit dem Mut zur Wahrheit fängt der Geist der Freiheit an“.

16. Wer zum Bösen schweigt

King hat es mit einem verwegenen Trick durch die Mauer geschafft. Unmissverständlich warnt er die Machthaber und ihre Trittbrettfahrer und Nutznießer, dass Gott erklärtermaßen die Opfer von Unrecht schützt und verteidigt. „Kurz oder lang uns mit Zwang zu umzäunen, hindert keinen, von Freiheit zu träumen“. Für viele Bürgerrechtler der friedlichen Revolution von 1989 wird diese Predigt zur Initialzündung ihrer Utopie, eines Tages könne die Mauer fallen.

17. Damals

Während Martin in West- und Ostberlin mit komplexen diplomatischen Sachzwängen kämpft, erinnern sich zu Hause seine Frau Coretta und ihre Freundin Rosa Parks daran, wie einfach und schön das Leben als Kind war. Als das Haus noch groß und die Welt noch klein erschienen.

18. I got a robe

Und dann der Anruf aus Oslo: Martin bekommt den Friedensnobelpreis! Aber: Was zieht man zu solch einem königlichen Festakt an?

19. Der Alptraum

Nur wenige enge Freunde ahnen, dass der nun weltberühmte und hochgeehrte Friedensnobelpreisträger privat unter depressiven Phasen leidet und in schlaflosen Nächten einen Ankläger hört, der ihm seine Fehler und Niederlagen vorhält.

20. Träum weiter

Hat Ex-Gefährte und Gegenspieler Malcolm X, der Gewaltbefürworter, mit seinem Plan nicht recht, ein eigener Staat für Afro-Amerikaner wäre sinnvoller? Ist rassischer Nationalismus nicht die leichtere Lösung? Viele verspotten King doch längst als „Onkel Tom“: „Dein Kuschelkurs hat nichts gebracht. Freiwillig teilt niemand mit Dir Geld und Macht.“

21. We shall (Reprise)

Als sich King 1967 außer für soziale Gerechtigkeit auch noch für ein Ende des Vietnamkriegs einsetzt, springen viele Weggefährten ab. „Er will zuviel“ lautet ihr Urteil. Aber während die oft besungene Hoffnung schwindet, dass „wir in Frieden leben und Hand in Hand gehen werden“, tröstet und bestärkt den zweifelnden Martin Luther King wieder jene geheimnisvolle Geistkraft, die ihn schon oft vorwärtstrieb.

22. Auch unser Traum

Mehr als 50 Jahre nach seiner Ermordung rufen sich Kings Weggefährten ihren Inspirator noch einmal in Erinnerung und stellen rückblickend fest: „Im November ist noch nicht zu seh`n, dass im Frühling hier die Bäume blüh`n. Dass nach Schnee und Eis der Weizen sprießt. Wer nicht glaubt, wer nicht hoffen kann, ist kein Realist.“

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